artDate im Wunderland der Editionen und Publikationen

Besuch der tgm im AAP

Hu­bert Kret­sch­mer ist Samm­ler, Künst­ler, Ku­ra­tor, Kunst­päd­ago­ge, Ver­le­ger und ein lei­den­schaft­li­cher Er­zäh­ler. Über 50.000 Pu­bli­ka­tio­nen be­fin­den sind in sei­nem per­sön­li­chen Ar­chiv und an die 30.000 sind be­reits in der öf­fent­li­chen Da­ten­bank ar­chi­viert. So hat je­der Zu­griff auf die In­hal­te und kann sie sich bei Be­darf vor Ort an­schau­en.

Die­se Samm­lung ist ein Kunst­werk an sich, sei­ne ei­ge­ne „For­schungs­bi­blio­thek“ ein Lauf durch die Ge­schich­te der letz­ten 40 Jah­re. Es be­fin­den sich Künst­ler­bü­cher, Post­kar­ten, Pla­ka­te, Sti­cker, Ob­jek­te, Gra­fi­ken, Fo­tos, Fil­me, Vi­de­os und Di­as in den Papp­schu­bern. Sie be­inhal­ten künst­le­ri­sche Ar­bei­ten aber auch die so­ge­nann­te All­tags­kul­tur. Bei­spiels­wei­se be­fin­det sich der Ikea-Ka­ta­log in der Samm­lung, da die ho­he Auf­la­ge (2019: 284 Sei­ten, 55 Län­der, 38 Spra­chen, Ge­samt­druck­auf­la­ge 190 Mil­lio­nen Ex­em­pla­re) da­für ge­sorgt hat, dass das Mö­bel­haus durch­aus kul­tur­prä­gend ist.

Auf dem Tisch, um den wir uns ver­sam­melt ha­ben, lie­gen ei­ni­ge Ka­ta­lo­ge, Bü­cher und Fly­er, die wir al­le an­fas­sen und be­gut­ach­ten dür­fen. Dar­un­ter sind Wer­ke von Yo­ko Ono, Lau­rie An­der­son, Alex Sa­ge­rer oder auch »Zapf Ding­bats re­cy­cled« von Mi­cha­el Mo­ser, der »Welt­at­las« von Ste­phan Hu­ber und »Po­go-Do – Der Weg des Kampf­tan­zes« von Mi­ke Spike Froidl. Das Künst­ler­buch »Und im Som­mer tu ich ma­len« von Hank Schmidt in der Beek und Fa­bi­an Schu­bert be­kommt be­son­de­re Auf­merk­sam­keit und wird fo­to­gra­fisch fest­ge­hal­ten.

Wir er­fah­ren, dass es für Herrn Kret­sch­mer nicht wich­tig ist, dass die Wer­ke si­gniert sind. Eher in­ter­es­siert ihn ei­ne per­sön­li­che Wid­mung und wer ihm den Ka­ta­log für die Samm­lung ge­schenkt hat.

Al­le sind neu­gie­rig, ei­nen der vie­len Schu­ber zu öff­nen und es scheint, als hät­te Herr Kret­sch­mer sie ge­ra­de erst ein­sor­tiert. Er er­zählt von Bar­ce­lo­na, wie dort die Künst­ler Zi­nes in klei­nen Lä­den an­bie­ten, und wie er dort ein­ge­kauft hat. Man möch­te gleich mit ihm nach Spa­ni­en rei­sen, oder nach Zy­pern, wo an be­son­de­ren Or­ten Zi­nes zum Ver­kauf an­ge­bo­ten wer­den.

Ganz am En­de der Ver­an­stal­tung er­fah­ren wir, dass es noch ei­ne zwei­te Sam­mel­lei­den­schaft von Herrn Kret­sch­mer gibt. Aus­mal­bü­cher für Kin­der aus al­len Län­dern der Welt, blan­ko und aus­ge­malt, be­fin­den sich im Ver­bor­ge­nen hin­ter ei­ner Pla­kat­wand.

Es war ein wun­der­vol­ler Abend bei dem Künst­ler Hu­bert Kret­sch­mer und wir über­las­sen ihm die Jah­res­ga­be »Zier­lich schrei­ben« so­wie das Jah­res­pro­gramm der tgm.

Dan­ke vom art­Da­te-Team der Ty­po­gra­fi­schen Ge­sell­schaft Mün­chen für die Ein­la­dung.

Das AAP Ar­chiv ist noch bis 9. Ju­ni 2019 als Aus­stel­lung im Haus der Kunst zu se­hen. Ge­zeigt wer­den 74 Aus­ga­ben aus den Jah­ren 1959 bis 2019 aus fol­gen­den Län­dern: Dä­ne­mark, Deutsch­land, Frank­reich, Ita­li­en, Nie­der­lan­de, Ös­ter­reich, Po­len, Schweiz, Un­garn, Ver­ei­nig­te Staa­ten von Ame­ri­ka und Zy­pern. www.artistbooks.de

13 Mit­glie­der der tgm wa­ren am Mitt­woch den 3. April 2019 zu Be­such.
Be­richt von Hel­ga Schör­nig, Fo­tos von Chris­toph Drax­ler