Bern – Mün­chen:

Wer sich in der Künstlerbuchbranche bewegt dem ist Hubert Kretschmer schon lange ein Begriff. Nicht alleinig Bücher stehen im Fokus seines Interesses sondern auch Multiples, Plakate, Flyer, Tonträger und Zines jeglicher Art sind in seiner Sammlung anzutreffen. So wird sein Archiv in der Türkenstrasse 60 zu einer wahren Schatz- und Kuriositätenkammer die manch einem zur Inspiration dient. Dazu zählen unter anderem das Künstler- und Verleger-Duo Hamman & von Mier. Falls für ein neues Projekt Ideen benötigt werden „so schauen wir einfach mal beim Hubert vorbei“ verriet uns im Gespräch eine der jungen Verlegerinnen. Doch nicht nur bei den Künstlern selbst sind seine Meinung und sein Rat gefragt. Auch unter den Archivaren scheint der Sammler sehr geschätzt.
Es erstaunt daher nicht, dass wir bereits am ersten Tag unserer dreitägigen Exkursion in der wir, unter dem Zeichen „Künstlerbuch“, München erkundeten in der Bayrischen Staatsbibliothek auf Hubert Kretschmer stießen.
Nach dem bereits spannenden Einstieg in der Staatsbibliothek schien unser ‚offizielles’ Treffen am Folgetag verheissungsvoll.

Anschließend an einen herzlichen Empfang sanken wir in der ehemaligen Schlosserei, zwischen Bücherregalen und Leinwänden in die Sessel.
Hubert Kretschmer spricht viel an diesem Tag im Frühling – zunächst aber wendet er sich uns mehr abwartend zu, lehnt sich zurück, beobachtet – schätzt ab was er von uns Studenten erwarten kann. Die Fragen die von unserer Seite kommen dienen letztendlich mehr als Impuls und veranlassen Kretschmer von seiner Sammelstrategie, seinen Reisen auf denen er an den unscheinbarsten Orten wahre Schätze von Künstlerpublikationen aufspürt, zu erzählen. Seine Leidenschaft gilt vor allem Ausgaben die Spuren des Gebrauchs und des Lesens aufweisen. Dies unterstreicht die Atmosphäre in seinem Archiv in dem er das Authentische (der Werke) zu konservieren versucht.
Über den mitreissenden Diskursen zwischen Herrn Kretschmer, den Studierenden und Dozierenden verflog die Zeit so schnell, dass wir zum Schluss beinahe noch in Zeitnot geraten wären. Eigentlich sehr schade. Zwar sagt man, man solle aufhören wenn es am schönsten ist. In diesem Fall würde sich eine Wiederholung jedoch auf jeden Fall lohnen.

Unseren herzlichen Dank daher an Herrn und Frau Kretschmer.

Anne Bossok und Rani Magnani,
Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern.

Exkursion des Instituts für Kunstgeschichte, Abteilung Kunstgeschichte der Moderne und Gegenwart der Universität Bern, unter der Leitung von Prof. Dr. Peter J. Schneemann und Dr. des. Yvonne Schweizer am 23.04.2016


Fotografie: Lisa Fuhr