Leip­zig. An­selm Kiefer

Leip­zig, hier kommt man hin um auf die Buch­mes­se zu­ge­hen, oder ins Mu­se­um. Es soll­te aber nicht ir­gend­ei­nes sein: Zwi­schen dem 27. Fe­bru­ar und dem 16. Mai 2016 soll­te es das Mu­se­um der bil­den­den Küns­te Leip­zig sein. Hier ist ei­ne Aus­stel­lung über An­selm Kie­fer un­ter dem Ti­tel „Die Welt – ein Buch“ zu se­hen. 25 Jah­re hat es ge­dau­ert bis nun end­lich wie­der in ei­ner Aus­stel­lung Kie­fers Bü­cher in Deutsch­land zu se­hen sind. Die Ku­ra­ti­on über­nahm Dr. Ae­ne­as Bas­ti­an aus Berlin.
An­selm Kie­fer wur­de 1945 in Do­nau­eschin­gen ge­bo­ren. Die Jah­re sei­nes Er­wach­sen wer­den sind ge­prägt von den Nach­wir­kun­gen des Krie­ges. Sie sind ge­prägt von Trüm­mern. Sie sind ge­prägt von Kunst. Es ist ein Stu­di­um an der Kunst­aka­de­mie in Frei­burg und Karls­ru­he, wel­ches er 1966 be­gann. Wei­ter ging es in Düs­sel­dorf: Hier stu­dier­te Kie­fer von 1970 bis 1972 bei Jo­seph Beuys. Seit 1991 lebt er in Frankreich.
Sei­ne Bü­cher sind im­mer Uni­ka­te. „Kie­fer be­vor­zugt ein­fa­ches, holz­ar­ti­ges Pa­pier, Ta­pe­ten­res­te wie auch ver­kohl­te Lein­wän­de als Ge­stal­tungs­grund­la­gen.“ Auch auf­wän­di­ger Holz­schnitt und der ein­fa­che­re Kar­tof­fel­druck fin­den sich wie­der. Sei­nen Wer­ken haf­tet et­was Ver­gäng­li­ches an, aber sie sind gleich­zei­tig Or­te der „auf­ge­ho­be­nen Er­in­ne­rung“. Sie ver­bin­den ma­le­ri­sches und skulpturales.
Es­sen­ti­ell ist in sei­nem Schaf­fen die Fra­ge: „Wie kann man nach dem Ho­lo­caust als Künst­ler ar­bei­ten und den­noch in der deut­schen Tra­di­ti­on ste­hen?“ Deut­sche Tra­di­ti­on. Die­se fin­det sich in Form von Ge­dich­ten wie­der: In­ge­borg Bach­mann, Paul Ce­lan, Ernst Bloch so­wie Mar­tin Hei­deg­ger, die Bi­bel und die Kab­ba­la. Sie sind so­wohl In­spi­ra­ti­ons­quel­le als auch Halt und Sicherheit.

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung des Mu­se­ums der bil­den­den Küns­te Leip­zig, 2016. Al­le Fo­tos: Mu­se­um der bil­den­den Küns­te Leipzig