Archiv für November 2026

Befreiung für wen? Sexuelle Freiheit und Frauenbilder in twen

Dienstag, 03. November 2026

Twen

twen war ei­ne be­kann­te deut­sche Ju­gend­zeit­schrift, die 1959 in Köln ge­grün­det wur­de und kurz dar­auf nach Mün­chen um­zog. Um Teen­ager und jun­ge Er­wach­se­ne di­rekt an­zu­spre­chen, setz­te das Ma­ga­zin zum ei­nen auf ei­ne pro­vo­ka­ti­ve Äs­the­tik und Ge­stal­tung, die vor al­lem dem De­si­gner und Art Di­rec­tor Wil­ly Fleck­haus zu ver­dan­ken war, und zum an­de­ren auf ei­ne Viel­falt an The­men, wie Lie­be, Sex, in­di­vi­du­el­le Le­bens­pro­ble­me, Po­li­tik, Hob­bys, Mu­sik und Mas­sen­me­di­en. twenbot jun­gen Men­schen da­mit ei­ne Platt­form, auf der sie sich selbst aus­drü­cken und über ih­re ei­ge­nen Er­fah­run­gen spre­chen konn­ten (un­ter an­de­rem über Le­ser­brie­fe, die in je­der Aus­ga­be be­ant­wor­tet wur­den). Im Kon­text sei­ner Zeit kann man das Ma­ga­zin als ei­ne Re­vo­lu­ti­on in der Welt der Me­di­en und schließ­lich als ei­ne Stim­me für die neue Ju­gend se­hen, die sich zu­neh­mend von den zu­rück­hal­ten­den Vor­stel­lun­gen der Nach­kriegs­ge­nera­ti­on lös­te.
Was aber noch nä­he­re Auf­merk­sam­keit ver­dient, ist der In­halt der Zeit­schrift selbst, der größ­ten­teils von Män­nern er­stellt wur­de und in dem die Frau häu­fig eher als ein Ob­jekt der Be­trach­tung er­scheint. Dies lässt sich be­son­ders an den zahl­rei­chen Fo­to­gra­fien von Frau­en er­ken­nen, auf de­nen sie meis­tens halb oder voll­stän­dig nackt er­schei­nen. Auch wenn sol­che Dar­stel­lun­gen für die da­ma­li­ge Zeit we­ni­ger un­ge­wöhn­lich ge­we­sen sein mö­gen, kön­nen die­se Aspek­te aus heu­ti­ger Per­spek­ti­ve deut­lich kri­ti­scher be­trach­tet wer­den. (mehr …)