|
Titel
-
Bauwelt 2024.16 Übers Wasser gehen
Technische Angaben
-
56 S., 29,7x23,5 cm, ISBN/ISSN 0005-6855
Broschur, Offsetdruck
ZusatzInfos
-
Die Bauwelt ist eine 14-täglich in der Bauverlag BV GmbH (Gütersloh) erscheinende deutsche Architektur-Zeitschrift. Das jeweils letzte Heft eines Quartals erscheint als Stadtbauwelt und widmet sich aktuellen städtebaulichen Fragestellungen. Die Bauwelt existiert seit 1910 und hat ihren Sitz in Berlin. Sie erschien 2009 in einer Druckauflage von ca. 12.000 Exemplaren und verfügt über den größten Stellenmarktteil aller deutschsprachigen Architekturzeitschriften.
Architekten, die Brücken bauen
Text: Kraft Caroline, Brinkmann Ulrich, Berlin
Das höchste Bauwerk Frankreichs ist nicht der Pariser Eisenfachwerkturm, sondern eine Brücke – wenn auch Gustave Eiffel für ihren Bau gleichsam in Vorleistung ging, war er doch Namensgeber jenes Unternehmens, das nicht nur seinen berühmten Turm, sondern viele Jahrzehnte später auch diese Brücke baute. 343 Meter misst der höchste Pfeiler des Viaduc de Millau, das mit etwa zweieinhalb Kilometern außerdem die längste Schrägseilbrücke der Welt ist. Bis sie ab 2004 ein Tal im südfranzösischen Zentralmassiv überspannen konnte, vergingen rund zwanzig Jahre Planungszeit. Norman Foster und Michel Virlogeux entwarfen eines dieser technischen Meisterwerke: Gelingt der Spagat zwischen Gestaltung und Konstruktion, können Architektur und Ingenieurskunst unmöglich Geglaubtes hervorbringen.
Brücken bauen bedeutet natürlich viel mehr als Konstruktion: verbinden, was sonst getrennt wäre; einen Ort hinter sich lassen, zu neuen Ufern aufbrechen können. Die Brücke ist eine dritte Fläche, irgendwo zwischen Erde und Luft. Sie überwindet Schluchten, Meere, Flüsse, Straßen, verkürzt Wege in verschiedensten Kontexten, lässt uns übers Wasser gehen. Der Mensch, der sich im wahrsten Sinne über Hindernisse hinwegsetzt und erst entscheidet, was einer Verbindung bedarf und was getrennt bleiben kann, steht dabei freilich über allem, erhebt sich über die Natur. Metaphorisch gesehen gibt es jedenfalls noch jede Menge Brücken zu bauen.
Ein Ingenieur, der Räume baute
Der Abriss eines Baudenkmals ist kein Anlass zur Freude. Daran ändert auch nichts, dass dem einen oder anderen Anhänger von Rekonstruktionen das Herz höhergeschlagen haben mag, als im Jahr 2000 der Großgaststätte „Ahornblatt“ auf der Berliner Fischerinsel die letzte Stunde schlug. Und auch dieser Fraktion dürfte die Freude spätestens vergangen sein, als sie der Totalbanalität ansichtig wurden, die auf den Schalenbau des Rügener Baumeisters Ulrich Müther (1934–2007) gefolgt ist. Doch hatte dieser im Namen von Stimmanns Planwerk Innenstadt begangene Baukulturvandalismus tatsächlich etwas Gutes: Denn plötzlich wurde in viel größerer Öffentlichkeit über die Qualitäten der „Ostmoderne“ diskutiert – und ob es nicht einer Umkehr bedürfe auf dem seit der Wiedervereinigung 1990 beschrittenen Weg, so viel wie möglich einzuebnen oder zumindest unkenntlich zu machen von dem, was die DDR an Architektur hinterlassen hatte. Müthers Schalenbauten jedenfalls erfuhren seitdem neue Wertschätzung, wovon die jüngsten Sanierungen und Neunutzungen in Magdeburg, Templin und Neubrandenburg künden.
Text von der Webseite
|
Titel
-
Bauwelt 2024.02 Im Gewerbegebiet
Technische Angaben
-
72 S., 29,7x23,5 cm, ISBN/ISSN 0005-6855
Broschur, Offsetdruck
ZusatzInfos
-
Die Bauwelt ist eine 14-täglich in der Bauverlag BV GmbH (Gütersloh) erscheinende deutsche Architektur-Zeitschrift. Das jeweils letzte Heft eines Quartals erscheint als Stadtbauwelt und widmet sich aktuellen städtebaulichen Fragestellungen. Die Bauwelt existiert seit 1910 und hat ihren Sitz in Berlin. Sie erschien 2009 in einer Druckauflage von ca. 12.000 Exemplaren und verfügt über den größten Stellenmarktteil aller deutschsprachigen Architekturzeitschriften.
Die Rufer in der Wüste
Text: Brinkmann Ulrich, Friedrich Jan, Berlin
Gewerbegebiete sind das industrielle Gegenstück zu den Einfamilienhauswüsteneien, die sich in den letzten sechs Jahrzehnten in Europa rings um die alten Stadtkerne ausgebreitet haben. Und so, wie das architektonische Niveau der Einfamilienhäuser von Jahrzehnt zu Jahrzehnt tiefer gesunken ist, ist auch in den Gewerbegebieten nur selten gestalterische Ambition anzutreffen: „So schlicht wie möglich“ scheint hier wie dort die Bauherrschaften bei allen Entscheidungen zu leiten. Dieses Heft aber soll die Hoffnung feiern. Denn mögen auch viele Fragen zur Aufenthaltsqualität im Außenraum offen bleiben, lassen sich doch sehr wohl Beispiele dafür finden, dass auch in Gewerbegebie-ten Architektur entsteht, die den Namen verdient. Ziemlich mühelos haben wir die versammelten Beispiele gefunden, und darüberhinaus etliche andere, die, aus Platzgründen, außen vor bleiben mussten. Mit Ausnahme des neuen Entwicklungszentrums für Tetra Pak in Modena, haben wir bei der Auswahl vor allem Neubauten beiseite gelegt, um den Fokus auf Weiterentwicklungen des Bestands zu legen. Denn dieser ist so ausufernd, dass er unmöglich durch bessere Neubauten ersetzt werden kann. Stattdessen sollte er bei anstehenden Umnutzungen oder Sanierungen dringend auf sein architektonisch-räumliches Potenzial hin untersucht werden. Dieses ist überraschend groß, wie sich anhand einer ganzen Bandbreite von Typologien und konzeptionellen Ansätzen zeigt: von großen Logistikhallen, die, wie bei Salzburg geschehen, durch Einbauten und Einschnitte von ganz neuen Nutzungen und Funktionen besiedelt werden können, über kleine Produktionshallen, wie sie im norditalienischen Cittadella in formaler Logik für ergänzende Zwecke weitergebaut wurden, bis hin zu den Möglichkeiten, die sich aus einem radikalen Neudenken eines anspruchslosen Verwaltungsgebäudes ergeben, wie es im spanischen Alicante demonstriert wird. Zeichen eines Aufbruchs? Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ein Experiment!
Die oben erwähnte Gestaltungsambition vermisst man kaum weniger in den Stadtquartieren, die wir in den letzten Jahren gebaut haben. Und dass Bauherren von Geschosswohnungen sich sogar trauen, ein Experiment mit unsicherem Ausgang zu wagen, das gibt es noch viel seltener. Sollte doch einmal jemand ein Risiko eingegangen sein, wetteifern die Architekturmagazine darum, das Ergebnis zu veröffentlichen. Umso mehr freuen wir uns, in dieser Ausgabe allererste kritische Blicke in das eben fertiggestellte Experiment zu werfen, das die Münchner Genossenschaft Wogeno mit dem Architekten Peter Haimerl in der Messestadt Riem gewagt hat: Wohnen in Waben.
Text von der Webseite
|
Copyrighthinweis: Das Copyright für die abgebildeten Publikationen bleibt bei den jeweiligen Rechteinhabern (Autoren, Künstlern, Fotografen, Gestaltern, Publizisten). Die Abbildungen und Textzitate dienen der künstlerischen und wissenschaftlichen Recherche.
Hier werden Werke dokumentiert, die sonst nur schwer oder gar nicht zugänglich wären. Wer nicht damit einverstanden ist, dass sein Werk auf dieser Webseite gezeigt wird, kann die Abbildung umgehend durch mich löschen lassen.
Für wissenschaftliche Recherchen können die großen Abbildungen auf Antrag freigeschaltet werden.
Wenn Sie als Rechteinhaber möchten, dass Ihre Abbildungen bei Klick größer gezeigt werden (Höhe x Breite = ca. 800 x 1200 Px), dann melden Sie sich bitte bei mir:
