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Titel
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Monokultur München Autopsie einer Stadt
Technische Angaben
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29x14 cm, keine weiteren Angaben vorhanden
Flyer, Karton
ZusatzInfos
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Monokultur München
Veranstaltungsreihe zu Stadtklima und Kulturpolitik
München,
du bist seltsam. München, irgendetwas stimmt nicht mit dir. Du magst der perfekte Standort für ein Hightech-Unternehmen sein, aber nicht für Leute mit einem anderen Lebensentwurf.
München, man hasst dich. Den Musterschüler unter den Städten. Die Stadt mit dem Grundvibe von Singapur, aufgejodelte Komfortzone, Kurpark, bewohnt von Besser-verdienern, Wohlstandsrentnern und Selbstoptimierern.
Botox-City. Es ist wie mit dem FC-Bayern: Man kommt nicht umhin, seine Perfektion, seine Erfolgsstrategien, sein Management zu bewundern, aber Sieger, die von vornherein feststehen, langweilen.
München, als Kulturstandort bist du irrelevant.
Kunststadt, heimliche Hauptstadt Deutschlands: das war einmal. Da helfen auch keine zwei oder drei Sinfonie-orchester. Abgesehen von der Feierbanane erinnert das Nachtleben in den meisten Vierteln immer noch an das einer Geisterstadt. Groß genug, dass man sich nur mit sich selbst beschäftigen kann, aber zu klein, als dass die Ergebnisse dieser Beschäftigung über die Stadt hinaus irgendeine Bedeutung besäßen. Die Verbindung von Idyll und Neoliberalismus birgt eben wenig Inspiration.
München, du bist schlecht belüftet. Homogen bis zum ersticken.
Was macht München mit seinen Unangepassten?
Mit all denen, deren Beitrag zur Gesellschaft qualitativer und nicht quantitativer Natur ist und damit nicht in Geld umrechenbar? Gerade die Münchner Niceness, das Fehlen alles Roughen, Thoughen, Unfertigen ist für diese Leute ein Problem. Abgesehen davon, dass sich Künstler diese Stadt kaum mehr leisten können: Der Herkunfts-vermerk „Made in Munich" ist eine Belastung für ein künstlerisches Produkt. Die Notiz im Lebenslauf „wohn-haft in München" für einen Künstler ein Standortnachteil.
Einer nach dem anderen steht auf und geht. München, du bist rufschädigend.
In ‹Monokultur München› geht es um das Recht, in dieser Stadt anders zu leben als als Angestellter einer Werbeagentur. Es geht um Freiräume und konkrete Ermutigungen zum Anderssein. Es geht um das scheinbar unausweichliche Diktat des Ökonomischen und um den Kahlschlag, den ein technokratisches City-Marketing und eine um den Bedeutungsverlust fürchtende Kulturverwaltung anrichten. Es geht um den Wert von Kunst als Indikator für unser aller Freiheit und um ihre transforma-tive Kraft. Darum, was Künstler als Produzenten immateriellen Wohlstands einer Gesellschaft zu geben haben.
Und darum, was wir alle tun können, wenn wir nicht auch über kurz oder lang die Koffer packen wollen. Ein Aufruf zum Diskurs und zur Aktion: Nothing about us without us!
Text vom Flyer
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